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Gong vs Clari vs eigene Call-Pipeline: Revenue Intelligence kaufen oder bauen

Gong liegt bei rund 200 bis 250 Dollar pro Nutzer und Monat plus Plattform- und Einführungsgebühren, Clari Copilot bei 90 bis 160 mit fünfstelligen Mindestverträgen. Was die dritte Option leistet und wo sie an ihre Grenze stößt.

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Gong vs Clari

Comparison

Gong und Clari lösen zwei verschiedene Probleme, werden aber gegeneinander verglichen, weil sie dieselbe Zielgruppe ansprechen. Gong ist stark im Auswerten von Gesprächen, Clari im Prognostizieren von Umsatz. Beide sind gut, beide sind teuer, und keiner von beiden veröffentlicht Preise.

Dieser Vergleich stellt die drei Wege mit den Zahlen nebeneinander, die sich belegen lassen, und benennt die Schwelle, ab der eine eigene Pipeline die vernünftigere Antwort ist.

Was die beiden jeweils tun

Gong nimmt Verkaufsgespräche auf, transkribiert sie und wertet sie aus: Wer redet wie viel, welche Themen kommen vor, welche Signale stehen mit gewonnenen Abschlüssen in Zusammenhang. Es ist das Werkzeug für Coaching und für die Frage, was in Gesprächen tatsächlich passiert.

Clari kommt von der anderen Seite: Pipeline-Inspektion, Prognosegenauigkeit, Sichtbarkeit für die Vertriebsleitung. Seit dem Zusammenschluss mit Salesloft 2025 ist daraus eine breitere Plattform geworden, die Ansprache, Gesprächsauswertung und Prognose unter einem Dach bündelt.

Der praktische Befund aus vielen Auswahlprozessen: Wer beides ernsthaft will, endet oft bei beidem. Das ist die eigentliche Kostenfalle in diesem Segment.

Die Rechnung

Größenordnung
Gongrund 200 bis 250 $ pro Nutzer und Monat, dazu Plattformgebühren von 5.000 bis über 50.000 $ im Jahr und Einführungskosten von 15.000 bis 65.000 $
Clari Copilotrund 90 bis 160 $ pro Nutzer und Monat, Mindestvertragsvolumen häufig 40.000 bis über 75.000 $ im Jahr

Für ein Vertriebsteam von zehn Personen bedeutet das bei Gong grob 24.000 bis 30.000 Dollar allein an Platzkosten im Jahr, plus Plattformgebühr, plus einmalige Einführung. Realistisch landet man im ersten Jahr im mittleren fünfstelligen Bereich.

Keiner der beiden Anbieter veröffentlicht Preise. Beide arbeiten mit Mindestvertragsvolumina im fünfstelligen Bereich, eine Struktur, die bei kleinen Teams unabhängig von der Nutzerzahl greift.

Das ist der Punkt, den Mittelständler in der Auswahl unterschätzen: Bei fünf Nutzern zahlt man nicht ein Zehntel von fünfzig Nutzern, sondern den Mindestvertrag.

Was eine eigene Pipeline leistet

Eine eigene Call-Pipeline besteht aus drei Teilen, die alle einzeln verfügbar sind: Aufzeichnung und Transkription, eine Auswertung durch ein Sprachmodell, und die Rückschreibung ins CRM.

Was sie gut kann:

Zusammenfassung und Rückschreibung. Gesprächsnotiz, nächste Schritte, aktualisierte Felder im CRM, automatisch, ohne dass jemand nach dem Termin tippt. Das ist der Anteil mit dem klarsten Ertrag, weil er direkt gegen die 19 Prozent des Arbeitstags arbeitet, die im Schnitt für CRM-Pflege draufgehen.

Gezielte Prüfungen. „Wurde nach dem Budget gefragt?“, „Wurde ein nächster Termin vereinbart?“, „Kam ein Wettbewerber vor?“, solche Fragen lassen sich pro Gespräch stellen und als Feld ablegen. Das deckt einen erheblichen Teil dessen ab, wofür Coaching-Auswertungen gekauft werden.

Was sie nicht gut kann:

Vergleichswerte über tausende Firmen. Gongs eigentliches Produkt ist nicht die Transkription, sondern die Aussage, wie eure Zahlen im Verhältnis zu vergleichbaren Teams aussehen. Diese Datenbasis lässt sich nicht selbst bauen, und wer sie braucht, sollte sie kaufen.

Prognose als Disziplin. Clari verkauft weniger eine Software als ein Vorgehen: Pipeline-Inspektion nach festen Regeln, mit Rollen und Rhythmus. Wer das intern nicht ohnehin lebt, bekommt es durch ein selbst gebautes Dashboard nicht.

Die Schwelle

Unter zehn Vertrieblern ist die eigene Pipeline fast immer richtig. Die Mindestverträge der Plattformen greifen unabhängig von der Teamgröße, und die Funktionen, die den Preis rechtfertigen, richten sich an größere Organisationen.

Zwischen zehn und dreißig kommt es darauf an, ob ihr Coaching ernsthaft betreibt. Wenn Gesprächsauswertungen tatsächlich in wöchentlichen Einzelgesprächen benutzt werden, verdient Gong sein Geld. Wenn sie ein Dashboard sind, das niemand öffnet, nicht.

Über dreißig und mit mehreren Segmenten oder Regionen lohnt der Kauf in der Regel, allein wegen der Vergleichswerte und der eingebauten Prozessdisziplin.

Der Punkt, der in DACH vorne steht

Bevor irgendetwas aufgezeichnet wird, gilt eine Regel, die keine Compliance-Frage ist, sondern eine strafrechtliche.

§ 201 StGB stellt das unbefugte Aufzeichnen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes unter Strafe, mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Sie trifft die Person, die aufgezeichnet hat, nicht das Unternehmen, und kein Auftragsverarbeitungsvertrag heilt sie.

Praktisch heißt das: Ansage am Anfang des Gesprächs, Antwort abwarten, dokumentieren. Bei Plattformen mit sichtbarem Bot ist das Signal wenigstens vorhanden; bei einer selbst gebauten Aufzeichnung liegt die Ansage vollständig bei euch. Wir haben die Details in der Notetaker-Übersicht (in English) aufgeschrieben.

Dazu kommt der Betriebsrat: Aufzeichnung und Auswertung von Mitarbeitergesprächen sind nach § 87 BetrVG in der Regel mitbestimmungspflichtig. Ein Werkzeug, das Gesprächsverhalten auswertet, ist damit ein Thema für die Mitbestimmung, bevor es eines für den Einkauf ist, und das gilt für alle drei Optionen gleichermaßen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Gong wirklich?

Rund 200 bis 250 Dollar pro Nutzer und Monat, dazu eine Plattformgebühr im vier- bis fünfstelligen Bereich pro Jahr und eine einmalige Einführung im fünfstelligen Bereich. Öffentliche Preislisten gibt es nicht.

Ist Clari günstiger als Gong?

Am Einstieg leicht, auf Enterprise-Niveau vergleichbar. Beide arbeiten mit Mindestvertragsvolumina, die bei kleinen Teams den Ausschlag geben.

Kann man Gesprächsauswertung selbst bauen?

Zusammenfassung, Rückschreibung ins CRM und gezielte Prüffragen ja, mit überschaubarem Aufwand. Was sich nicht selbst bauen lässt, sind Vergleichswerte über tausende fremde Vertriebsteams.

Brauchen wir die Zustimmung der Gesprächspartner?

Ja. Aufzeichnung ohne Einwilligung ist nach § 201 StGB strafbar. Ansage am Gesprächsbeginn, Antwort abwarten, dokumentieren, bei allen drei Optionen.

Was ist der schnellste Ertrag?

Die automatische Gesprächsnotiz mit Rückschreibung ins CRM. Sie spart messbar Zeit, verlangt keine Verhaltensänderung und ist unabhängig davon, ob ihr später eine Plattform kauft.


Quellen: Preisangaben aus öffentlich zugänglichen Vergleichen zu Gong und Clari, geprüft im Juli 2026; § 201 StGB, § 87 BetrVG. Beide Anbieter veröffentlichen keine Preise; die genannten Spannen stammen aus Sekundärquellen und sind als Größenordnung zu lesen.

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